Computerspielsucht

Schadet computerspielen meinem Kind?

 

Inhalt:

Sind Ängste der Eltern gerechtfertigt?
Was muss ich bei der Auswahl von zeitlichen Grenzen und Inhalt bedenken?
Auf welches Verhalten beim Kind sollte ich achten?
Vorteile von Computerspielen

 

 

Befürchtungen und Ängste der Eltern

Das Thema Erziehung scheint unendlich von A wie Autonomie bis Z wie Zuhören. Dazwischen liegen zahlreiche Themen zu unterschiedlichen Altersabschnitten.

Das Thema, dass Eltern oft an mich herantragen, ist der Umgang mit Computerspielen. Die Ängste der Eltern beziehen sich dabei oft auf Aggressionspotenzial, soziale Vereinsamung und der Verlust des kreativen, selbstständigen Spiels.  Daran anhängen kann man das Kompetenzerleben des Kindes und somit auch seinen gefühlten Selbstwert, da es weniger Spielen und Ausprobieren im Freien gibt. Wenig Konfliktaustragung mit Gleichaltrigen kann zu schlechterer Selbsteinschätzung, geringerer Frustrationstoleranz usw. führen. Die Ängste der Eltern sind uferlos.

 

Dem gegenüber steht ein Kind, dass sich unverstanden fühlt in seinen Wünschen und auch nicht verstehen kann, warum ihm das verboten wird.

 

 

Aber lassen sich die Ängste der Eltern auch bestätigen?

 

 

Beachtet werden sollte

Alter des Kindes
Spielinhalt
Zeit vor dem Computer / Tablet

 

 

Eine allgemeingültige Aussage ist unmöglich zu treffen. Dafür sind sowohl Kinder, Eltern, die Bedürfnisse eines jeden aber auch der Entwicklungsstand und die individuellen Ressourcen und Fertigkeiten der Kinder zu unterschiedlich.

 

 

Grundregeln kann und darf es geben, die könnten mitunter so aussehen:

          Teilnahme des Erwachsenen am Leben des Kindes. Das bedeutet so viel wie: Ich spiele mit dem Kind. Ich lasse mir das Spiel und den Reiz daran, vom Kind erklären und tauche in seine Welt ein. Erst dann kann ich auf Augenhöhe eine wirkliche Entscheidung treffen und je nach Alter auch mit dem Kind gemeinsam etwas ausverhandeln. Dazu ist aber echte Wertschätzung und Anteilnahme an der Welt des Kindes Voraussetzung.

 

          Je nach meinen Bedürfnissen als Erwachsener Prioritäten setzen. Dafür muss ich mich fragen, wann und wie viel ist für mich als Bezugsperson in Ordnung? Wann kommt für mich ein Spielen überhaupt nicht in Frage? Gemeinsame Essenszeiten, gemeinsame Gesprächs- und offline Spielzeiten sollen weiterhin Platz in der Familie haben. Struktur im Alltag und klare Regeln die Bestand haben, sind sowohl für Erwachsene und vor allem auch für Kinder hilfreich.

 

 

          Grundsätzlich gilt, je hektischer Bildschirmbewegungen, Sound und Inhalt in den digitalen Medien sind, desto mehr Gehirnleistung braucht es vom Kind und führt bei zu viel oder zu langem Spiel / fernsehen zu Überforderung der Reizfilterung im Gehirn des Kindes.  Daher ist es nicht unbedingt die Zeit vor dem Spiel / Tv als mehr auch, der Inhalt der bestimmt über die zeitlichen Grenzen.

 

          Beobachte das Verhalten deines Kindes. Ist es nach dem Spiel gereizt, launisch? Zeigt es vermehrt aggressives / auffälliges Verhalten wenn es gespielt hat. Dann ist das unter Umständen ein Zeichen dafür dass die Zeiten / Inhalt reduziert werden sollte. Zieht dein Kind sich immer mehr zurück, möchte nur noch spielen, vernachlässigt Freunde oder Pflichten, dann ist das ebenfalls ein Warnsignal, welches aber weniger auf ein Spielverbot hindeutet, sondern umfangreicher gesehen werden muss. Ist das Spiel womöglich eine Fluchtreaktion vor Problemen? Hier ist Einfühlungsvermögen gefragt.  Einen Test ob dein Kind bereits spielsüchtig ist, findest du hier:

https://dr-armin-kaser.com/computerspiel-sucht/https://dr-armin-kaser.com/psycho-tests/ist-mein-kind-computerspiel-suechtig/

 

 

Vorteile von Computerspielen

Nicht zuletzt haben Computerspiele viele positive Seiten, die vor lauter Bedenken übersehen werden. Beim Zocken ist Konzentration und Reaktionsvermögen gefragt. Bei vielen Spielen ist auch ein logisch schlussfolgerndes Denken wichtig. Auch die Frustrationstoleranz wird gesteigert. Manche Spiele  werden mit einer Community gespielt, wo Kommunikation und Teamfähigkeit gestärkt werden.

Wenn du dich jetzt weiter informieren möchtest oder noch Bedenken zum Spielverhalten deines Kindes hast dann schaue auch auf die sehr informative Seite von Dr. Armin Kaser.

https://dr-armin-kaser.com/computerspiel-sucht/